Wenig oberhalb der Kirche auf einem felsigen Hügel steht die Burgruine. Ihre Anfänge reichen in die Zeit um 1100 zurück. In der Zeit von 1230 bis 1250 erfolgte der Neubau der heutigen noch in Ruinen erhaltenen Burg.

Die Anlage besteht aus vier Teilen. Der Kern ist der mächtige Turm, der eine Seitenlänge von 11.6 m, eine Mauerstärke von 3 m und erhob sich ursprünglich auf eine Höhe zwischen 15 und 20 m. Über dem fast 6 m hohen Erdgeschoss waren 3 bis 4 weitere Wohngeschosse eingebaut. Burg und Palast sind von einer wehrhaften Ringmauer umgeben, die nur im Westen durch ein schmales Tor Eintritt gewährte. Zudem war die ganze Anlage mit einem Graben umgeben, der bis 2 m tief teils in den Felsen eingeschrote, teils in den Schutt eingegraben wurde und sich einer unregelmässigen V-Form näherte. Die Burg von Attinghausen war trotz Mehrgliedrigkeit sehr kompakt und erweckte einen trutzige-abweisenden Eindruck. Trotz der nicht sehr gemütlichen Architektur fehlte auf der Burg nicht jeglicher Komfort. Die Räume konnten mit Öfen beheit werden, deren Kacheln ideenreiche Zierformen und Figuren aufweisen.

Die Burg von Attinghausen war bis in die Zeit um 1370 bewohnt. Dann scheint sie durch Brand zerstört worden zu sein. Im Innern fand sich nämlich eine Brandschicht, wo sich viele Eisenteile und sogar zerschmolzene Kettenhemden fanden. Lange galt die Meinung, die Burg sei bei einem Aufstand des Volkes gewaltsam zerstört worden. Die neuere Forschung ist jedoch der Ansicht, die Burg sei durch eine natürliche Brandkatastrophe ausgebrannt und anschliessend nicht wiederhergestellt worden und zur Ruine geworden.